Gniew (Mewe)

Gniew (Mewe)Gniew-Land liegt an der Mündung der Ferse in die Weichsel. Seit 1282 gehörte es zum Kreuzritterorden. Diese Gegend war das erste Besitztum des Ordens am linken Weichselufer. Die Kreuzritter erbauten hier die Burg und gründeten die Stadt auf Kulmer Fiandfeste. In polnischen Zeiten war sie Sitz von Starosten, darunter dem Berühmtesten von ihnen – Jan Sobieski’s. Jetzt finden regelmäßig Theateraufführungen, Inszenierungen und historische Turniere auf der Burg statt. Zu den wichtigsten gehören das Internationale Reiterturnier des Königs Jan III. Sobieski’s und „Vivat Vasa!”, eine historisch-militärische Nachstellung der Schlacht von zwei Wasas im Jahr 1626. Auf dem Gelände der Burganhöhe befinden sich auch ein Hotel und Restaurant. Direkt an der Burg liegt der Markt der Altstadt, der von schönen Kamienicen umgeben ist, einer für polnische Innenstädte typischen Gebäudeart. Hier liegt auch die gotische St.-Nikolaus-Kirche. Bei den in dieser Kirche durchgeführten regelmäßigen archäologischen Untersuchungen konnten viele interessante Exponate freigelegt werden, die über das Leben der früheren Bewohner der Stadt berichtet Zeugnis ablegen.
Informationen: Stiftung Burg in Gniew, ul. Zamkowa 3, Tel. +4858 535 25 37,
E-Mail: bort@zamek-gniew.pl,www.zamek-gniew.pl
General J. H. Dąbrowski konzentrierte hier sein Heer, um die Städte Tczew und Gdansk einzunehmen. Er kam am 13. Februar 1807 nach Gniew, von hier aus zog er am 22. Februar nach Tczew. Dąbrowski wurde während der Gefechte um Tczew verwundet; danach kam er nach Gniew zurück. Er wurde hier vom 24. Februar bis zum 6. Juni 1807 versorgt. Nachdem Gdańsk erobert worden war, wurde in der Region von Gniew die Posener Division stationiert. Sie sollte sich hier erholen und neu organisiert werden. Für den 6. Juni hatte General Dąbrowski angeordnet, daß alle bei Gniew stationierten Regimenter inspiziert werden sollten. Im Juni 1808 schlug Marschall Nicolas Soult bei Gniew ein Lager für Zwölftausend Mann auf. Diesen Soldaten wurde aufgetragen, die Kontributionen einzutreiben, die von Kaiser Napoleon Preußen auferlegt worden waren. Die Franzosen weilten hier anderthalb Jahre, was zum wirtschaftlichen Ruin der Stadt und ihrer Einwohner beigetragen hat.