Andere gotischen Burgen

Andere gotischen BurgenBagrationowsk (deutsch: Preußisch Eylau, polnisch: llawka Pruska) Bei llawka Pruska, d.h. zur Zeit Bagrationowsk, wurde am 7. und 8. Februar 1807 eine Schlacht ausgetragen. Es waren beteiligt: unter Führung Napoleons das französische Heer; Marschall Leontij Bennigsen befehligte das russische Heer, das durch das preußische Korps unter dem Kommando von Anton L’ Estocq unterstützt wurde. Am 50. Jahrestag wurde zum Gedenken dieser Schlacht ein Denkmal aufgestellt; es befindet sich ca. 1 km südöstlich der Stadt, in Richtung polnisch-russischer Grenze. Es ist ein hoher Sandsteinobelisk in Gestalt eines neugotischen Turmes; er trägt die Abbildungen der Befehlshaber der Verbündeten, Bennigsen, L’Estocq und Christoph Friedrich Diericke. An den Denkmalseiten wurden auf Lafette 2 Kanonen aus der 2. Hälfte des 19. Jh. aufgestellt. Das Denkmal wurde in der Werkstatt von Friedrich Stüller nach einem Entwurf König Friedrich Wilhelms IV, angefertigt. An der Wand des Hauses in der Centralna-Strasse Nr.19, in dem sich vom 7. bis zum 17. Februar 1807 das Hauptquartier Napoleons befand, wurde eine Gedenktafel angebracht. Dieses Haus wird seit langer Zeit das „Napoleons Haus” genannt. Die Initiative geht auf das Jahr 1999 zurück; sie war Dank der Bemühungen des Museums für Geschichte des Bagrationowsk-Kreises und des Napoleon-Zentrums in Paris zustande gekommen.
Czemiachowsk (deutsch: Insterburg, polnisch: Wystruć) Im 19. Jh. hielten sich auf der Burg Franzosen auf. 1807 waren hier französische Soldaten des Marschalls Ney stationiert. Im Juni 1812 wurde die Burg vom Kaiser Napoleon Bonaparte besucht; von hier aus brach er zum Feldzug gegen Rußland auf.
Nieman (deutsch: Ragnit, polnisch: Ragneta) Während der napoleonischen Kriege waren auf der Burg französische Regimenter stationiert. Im Dezember 1812 zogen Soldaten unter dem Kommando des General-Adjutanten Alexander Kutuzow, eines Verwandten des russischen Befehlshabers Michail Kutuzow in die Stadt. Er galt als derjenige, der einen wesentlichen Beitrag zur französischen Niederlage im Napoleonkrieg leistete.
Sovietsk (deutsch: Tilsit, polnisch: Tylża) Die im 14. Jh. gegründete Stadt ging durch Napoleon Bonaparte in die Geschichte ein. 1807 wurden hier 2 Abkommen zwischen dem Kaiserreich Frankreich und dem Imperium Russland und dem Königreich Preußen geschlossen. Das erste Abkommen wurde am 7. Juli 1807 von Kaiser Napoleon Bonaparte mit Zar Alexander I. unterzeichnet. Auf einem in der Mitte der Memel festgemachtem Floß fanden die ersten Gespräche zwischen Napoleon und Alexander statt, somit an einem neutralen Ort, damit nicht einer den anderen aufsuchen mußte. Aufgrund dieses Abkommens schloß sich das Imperium Russland der gegen Großbritannien gerichteten Blockade an. Das zweite Abkommen wurde 2 Tage später, d.h. am 9. Juli, von Napoleon mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm III., den seine Frau Königin Luise begleitete, geschlossen. Die Bestimmungen dieses Friedens gestalteten die politische und territoriale Ordnung im allgemeinen Umriß bis 1813. Die Königin- Luise-Brücke ist die Hauptattraktion der Stadt. Sie wurde 1907 anläßlich des 100. Jahrestages der Unterzeichnung des Friedensabkommens erbaut. Diese Brücke wurde genau an dieser Stelle gebaut, wo gemäß den historischen Quellen das erwähnte Abkommen unterschrieben wurde. An der Brücke wurde ein Grenzübergang errichtet, zuerst zwischen Deutschland und Russland, danach zwischen Deutschland und Litauen, heute zwischen Russland und Litauen.
Polessk (deutsch: Labiau, polnisch: Labiawa) Manche Unterlagen geben an, daß auf der Burg in Labiau im Jahre 1807 Napoleon Bonaparte auf seinem Rückweg von Tilsit weilte. Ein paar Jahre später, d.h. am 3. Januar 1813, kam es in der Nähe der Stadt am Fluss Deime zur Schlacht zwischen dem napoleonischen Heer, das sich gerade auf dem Rückzug von Moskau befand und dem russischen Heer.
Kaliningrad (deutsch: Königsberg, polnisch: Królewiec) Nach den siegreichen Schlachten Napoleons mit dem preußischen und sächsischen Heer bei Jena und Auerstädt (Oktober 1806) kam der preußische König Friedrich Wilhelm III. mit Königin Luise Anfang Dezember 1806 in Kaliningrad an. Danach, gleich nach dem Neuen Jahr 1807, fuhr das königliche Paar nach Memel. Auch in diesem Jahr führte Napoleon Krieg in Ostpreußen. Am 10. Juli 1807 weilte er in Königsberg, gleich nach Unterzeichnung des Vertrages Friede von Tilsit. Er wurde feierlich von den Würdenträgern der Stadt begrüßt und hielt sich auf der Burg auf. Nach der Vertragsunterzeichnung in Sachen Militärkontribution mit dem geschlagenen Preußen veriieß er Kaliningrad wiederum am 13. Juli. 1807. Das französische Heer war bis zum 25. Juli 1807 in der Stadt stationiert. Es marschierte hier wieder im Juni 1812 (ein neuer Feldzug Napoleons gegen Russland) ein. Abteilungen der Grossen Armee trafen in der Stadt ein. Es wird angenommen, daß in diesem Jahr durch Königsberg ca. 300.000 Soldaten marschierten. Napoleon selbst kam am 12. Juni 1812 in Königsberg an; er hielt sich auf der Burg bis zum 16. Juni auf. Das französische Heer traf in der Stadt im November dieses Jahres ein. Im Historischen Museum in Kaliningrad, im Raum über die Geschichte Ostpreußens, befindet sich die Ausstellung über die napoleonische Epoche. Besonders sehenswert ist das Bild „Die Schlacht bei Preußisch Eylau” und die Unteriagen über den Frieden von Tilsit und die Helden der napoleonischen Kriege. Unter den gezeigten Objekten befinden sich u.a. Kanonenkugeln, Gewehrmunition, ein preußischer Säbel, Unterlagen (Paß) eines russischen Soldaten, Erinnerungsmedaillen, eine Skulptur „Preußischer Offizier am Pferd”, Medaillen, goldene und silberne Münzen, eine große Menge von Uniformknöpfen der verschiedensten Regimenter. Verschiedene Gegenstände werden z. Zt. noch restauriert. Ein Teil dieser Ausstellungsstücke stellte das Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften zur Verfügung; sie stammen vorwiegend aus A/lassengräbern von Soldaten der napoleonischen Armee aus der Zeit Winter 1812-1813.
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