Der Kreuzritterorden baute im 14. und 15. Jh. eine der mächtigsten Befestigungs­anlagen in Europa; es bestand aus einer Vielzahl von Burgen. Viele von ihnen sind bis heute erhalten geblieben, auch die Bischofsburgen im Ermland. Sie gestalten die Landschaft der Region; diese Mauern sind stumme Zeugen der Geschichte, die so abwechslungsreich war.
Kriege, egal welche, brachten immer Leid mit sich, Seuchen und Verwüstungen. Der Krieg erreichte auch Ostpreußen in den napoleonischen Zeiten, d.h. um die Wende 1806/1807. Damals lieferte sich das von Napoleon befehligte Heer blutige Schlach­ten mit dem russischen und preußischen Heer. Ostpreußen war während des Feld­zuges im Jahre 1812 der Aufmarschort des französischen Heeres, dass sich auf den Angriff auf Russland vorbereitete. Schon ein Jahr später sammelte sich hier die ge­schlagene Grosse Armee. Diese Zeiten waren sehr schwierig für die Einwohner – Kontributionen, Beschlagnahmungen, Zerstörungen, Hunger und Krankheiten wa­ren die Folge. Jedoch hatten die napoleonischen Kriege zur Folge, dass in Preußen wirtschaftliche, gesellschaftliche und administrative Reformen durchgeführt wurden. Es wurde viel über Napoleons Aufenthalt in Ostpreußen geschrieben; viele Gedenktafeln, Kruzifixe, Denkmäler und Obelisken wurden aufgestellt. Die Mehrzahl von ihnen hat die Zeit nicht überdauert; sie sind nur in der mündlichen Überlieferung erhalten geblieben. Beschreibungen von Orten, die mit dem Aufenthalt des Kaisers in Verbindung stehen und die damit verbundenen Episoden, bilden eine lebendige napoleonische Tradition. Die bewegte Epoche der napoleonischen Zeit regt immer wieder die Phantasie an. Davon zeugen zahlreiche Publikationen, Filme und Nachstellungen der ausgetragenen Schlachten, die von Sympathisanten der Epoche und den Behörden unterstützt werden. Man sollte sich immer daran erinnern, dass auf der napoleonischen Route im früheren Ostpreußen auch an die Schicksale vieler Orte, Burgen und Schlösser gedacht wird; dort lebte Napoleon oft für kurze Zeit und schrieb Briefe. Die entstandenen Anekdoten und Sagen ermutigen uns, das Wissen über die Epoche und die Größen dieser Zeit zu vertiefen; andererseits werden Objekte und Orte, mit denen der große Stratege verbunden war, gefördert.